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65 % der Personaler machen KI für das zunehmende Ghosting von Bewerbern verantwortlich

Denise Hoferichter
•  Update:

Wir in den Medien:

Candidate-Ghosting

Das Ghosting von Bewerbern nimmt zu, und Personalverantwortliche sind zunehmend frustriert, da immer mehr Arbeitssuchende ohne ein Wort verschwinden. Laut dem neuen „Candidate Ghosting & AI Report” von LiveCareer, für den mehr als 900 Personalverantwortliche befragt wurden, geben 88 % an, dass sie während des Einstellungsprozesses den Kontakt zu Bewerbern verloren haben, und 71 % berichten, dass sich das Problem im letzten Jahr verschärft hat. Viele nennen den zunehmenden Einsatz von KI und Automatisierung als einen der Hauptgründe für diesen Trend und vermuten, dass die technologiegestützte Personalbeschaffung neue Reibungspunkte in ein ohnehin schon langwieriges und komplexes System bringt. 

Wichtigste Ergebnisse:

  • 88 % der Personalverantwortlichen geben an, dass sie während des Einstellungsprozesses von einem Bewerber „geghostet” wurden.
  • 71 % sagen, dass Ghosting im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat.
  • 65 % glauben, dass KI- und Automatisierungstools dazu beitragen, dass Bewerber abspringen.
  • 12 % geben an, dass sie sogar nach einer Stellenzusage „geghostet” wurden.

KI verschärft das Problem des Ghostings

Automatisierung und KI-Tools verändern die Einstellungslandschaft – und das nicht immer zum Besseren. Personalverantwortliche berichten, dass KI-gesteuerte Interaktionen Arbeitssuchende unbeabsichtigt dazu veranlassen können, sich zurückzuziehen:

  • 65 % der Befragten geben an, dass KI definitiv zum Anstieg des Ghostings von Bewerbern beigetragen hat.
  • Weitere 33 % sagen, dass KI einen gewissen Einfluss auf das Ghosting von Bewerbern hat.

Von automatisierten Vorauswahlen bis hin zu unpersönlichen Nachverfolgungen – Arbeitssuchende neigen eher zum Ghosting, wenn sie sich vom Prozess abgekoppelt fühlen oder unsicher sind, ob sie während des gesamten Einstellungsprozesses mit einem Menschen zusammenarbeiten – ein Trend, der sich mit dem Anstieg von „Ghost Jobs” überschneidet.

Das heißt: Wenn sich der Einstellungsprozess zu automatisiert anfühlt, verlieren Arbeitssuchende das Interesse. Ein Mangel an menschlicher Verbindung während des Prozesses kann dazu führen, dass Kandidaten sich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten begeben.

Beruf-Ghosting ist häufiger denn je

Die Zahl der Fälle, in denen Personalverantwortliche erleben, dass Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch verschwinden oder zu einem bestimmten Zeitpunkt während des Einstellungsprozesses ohne Vorankündigung oder weiteren Kontakt aussteigen, erreicht alarmierende Ausmaße: 

  • 40 % der Personalverantwortlichen geben an, dass sie sehr häufig von Bewerbern „geghostet” werden.
  • 48 % berichten, dass sie zumindest gelegentlich „geghostet” werden.
  • Nur 3 % geben an, dass ihnen das nie passiert.

Die häufigsten Zeitpunkte im Einstellungsprozess, an denen Bewerber verschwinden, sind:

  • Nach der ersten Vorauswahl durch den Personalvermittler – 36 %
  • Nach dem ersten Vorstellungsgespräch – 26 %
  • Nach Einreichen der Bewerbung – 22 %
  • Nach Erhalt eines Stellenangebots – 12 %
  • Nach Annahme eines Stellenangebots – 5 %

Das heißt: Dass Bewerber Personaler einfach nicht mehr kontaktieren, ist mittlerweile ein alltägliches Problem und kann zu erheblichen Verzögerungen im Einstellungsprozess eines Unternehmens führen. Bewerber verschwinden in allen Phasen des Bewerbungsprozesses, sodass Arbeitgeber sich bemühen müssen, offene Stellen zu besetzen und den Einstellungsprozess auf Kurs zu halten.

Warum Kandidaten schweigen

Auf die Frage, warum Arbeitssuchende Arbeitgeber ignorieren, verwiesen Personalverantwortliche auf Kommunikationsprobleme, langsame Zeitpläne und zunehmenden Wettbewerb:

  • 54 % waren der Meinung, dass Kandidaten eine mangelnde klare Kommunikation seitens der Arbeitgeber empfanden.
  • 42 % gaben an, dass Kandidaten anderswo ein besseres Angebot erhalten hatten.
  • 39 % verwiesen auf lange oder frustrierende Einstellungsprozesse.
  • 27 % sagten, dass Kandidaten Zweifel hinsichtlich der Stelle hatten.
  • 8 % machten eine negative Kandidatenerfahrung dafür verantwortlich.
  • 2 % gaben an, dass die Bewerber keine Stelle mehr benötigten.

Das heißt: Schlechte Kommunikation, lange Verzögerungen und bessere Angebote anderswo veranlassen Bewerber dazu, sich zurückzuziehen. Eine frustrierende Erfahrung im Einstellungsprozess kann ausreichen, um Arbeitssuchende dazu zu bringen, sich nicht mehr zu melden, anstatt den Prozess weiter zu verfolgen.

Für Presseanfragen, wenden Sie sich an Dorota Urban unter dorota.urban@bold.com.

Methodik

Die vorgestellten Ergebnisse wurden durch eine Umfrage unter 918 Personalfachleuten am 25. März 2025 ermittelt. Die Teilnehmer wurden zu ihren Erfahrungen mit Bewerbern während des Einstellungsprozesses befragt, dazu, wie oft Bewerber den Kontakt zum Recruitment-Team abgebrochen haben und welche Faktoren dazu beigetragen haben. Sie beantworteten verschiedene Arten von Fragen, darunter Ja/Nein-Fragen, offene Fragen, Skalenfragen, bei denen die Befragten angeben konnten, inwieweit sie einer Aussage zustimmen, und Multiple-Choice-Fragen, bei denen sie aus einer Liste vorgegebener Optionen auswählen konnten.

Über LiveCareer

Der Lebenslauf-Generator von LiveCareerhat seit 2015 bereits 10 Millionen Bewerbern in verschiedenen Phasen ihrer Karriere geholfen. Er enthält moderneVorlagen für Lebensläufe und Anschreiben sowie intelligente Tipps, mit denen Sie Ihr Dokument ganz einfach an die Stellenanzeige anpassen können. LiveCareer bietet nicht nur einen Lebenslauf-Generator, sondern auch einen kostenlosen Blog mit Tipps von Karriereexperten. Die Karriereberatung von LiveCareer wurde unter anderem in bekannten Medien wie Business Insider, Yahoo, und Computerwoche veröffentlicht. Folgen Sie uns auf Facebook und LinkedIn.

Über den Autor

Denise Hoferichter
Denise Hoferichter

Denise Hoferichter ist Karriereexpertin und Mitglied der Professional Association of Resume Writers & Career Coaches. Auf dem Blog LiveCareer.de schreibt sie Ratgeberartikel zu den Themen Jobsuche, Vorstellungsgespräche sowie zur Erstellung erfolgreicher Lebensläufe und Karrierestrategien für Fachleute aus verschiedenen Branchen. Sie ist auch Autorin der Tipps und Beispiele im LiveCareer-Lebenslauf-Generator. Denise hat einen Masterabschluss in Sprachwissenschaft und hilft Arbeitssuchenden seit Jahren dabei, ihre Qualifikationen effektiv zu präsentieren und ihre beruflichen Ziele zu erreichen.

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